Sennerei & Naturschule


Angebot für Erwachsene, Kinder und Jugendliche, Schulen, Freilerner, Gruppen/Vereine und bei denen es sonst Interesse geweckt hat.

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Warum ist Rohmilch "so gesund!"

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Für spontane Anfragen sind wir jederzeit offen.

Wir organisieren Angebote für Gruppen ab 5 Leuten

Bei Tagesangeboten Bieten wir Vollverpflegung inkl.

Jeden 2. Samstag Schaukäsen

Regional-Natürlich -Stark!

Horn & Kuh

Warum haben Kühe Hörner?

Wenn man eine Herde horntragender Kühe genauer beobachtet, sieht man sofort, dass sie ihre Hörner zur Kommunikation einsetzen.

Durch die Stellung des Kopfes mit der Hornsichel vermittelt eine Kuh anderen Herdenmitgliedern, ob sie näherkommen dürfen, vorbeigehen können oder auf Abstand gehen sollen.

Kühe, die ihre Hörner haben, lösen ihre Konflikte oft visuell, bevor es schmerzt. Enthornten Tieren hingegen fehlt ein wesentliches artgemäßes Mittel zur Kommunikation, Konfliktregelung und Herstellung der Rangordnung. Hornlose Kühe puffen sich weit häufiger gegenseitig in den Körper, um ihre Grenzen markieren zu können.

Hörner dienen also nicht als Waffe, sondern helfen, Kämpfe zu vermeiden! Sie erlauben den Kühen, das labile Gleichgewicht zwischen Einzeltier-Sein und Herdentier-Sein zu finden und zu halten.

Mit ihren Hörnern kratzen, massieren, säubern sich die Kühe und gabeln genußvoll besonders gutes Futter auf. Sie beginnen zu wachsen, sobald das Kalb anfängt Heu und Gras zu fressen.

Das Horn ist im Grunde verhärtete Haut, die einen äußerst kräftig durchbluteten Knochen mit sensibler Nervenhaut umhüllt. Daher ist Enthornen so schmerzhaft.

Durch die starke Duchblutung sind die Hörner auch warm, am wärmsten, während des Wiederkäuens und wenn sich die Kuh wohlfühlt.

Außerdem unterstützen die Hörner die enorme Verdauungsleistung der Kuh, da die Schädel-Nebenhöhlen bis ins Horn hineinragen. Die Verdauungsgase aus dem Magen-Darm-Trakt zirkulieren tatsächlich bis in die Hörner und zurück. Kühe haben umso größere Hörner, je karger und rauhfaserreicher das Futter ist, je intensiver sie also verdauen müssen. Das wirkt sich positiv auf die Milchqualität aus. Sie ist gesünder, verträglicher und löst weniger Allergien aus.

Wir sind der Überzeugung, dass Hörner zu einer ganzen Kuh gehören und wichtige Organe für sie sind. Wir freuen uns an diesen charakterstarken Schönheiten und ihrer wertvollen Milch!

Quellen:

„Kühe verstehen – Eine neue Partnerschaft beginnt“ von Martin Ott

„Das Kuhhorn- ein verkanntes Stoffwechselorgan“ von Alfred Schädeli

„Die Bedeutung des Kuhhorns. Die Behandlung der Nutztiere in der modernen Gesellschaft“ von Franz & Judith Weber

Das Kuhhorn als Beitrag zur Milchqualität

Text: Dr. med. vet. Wilhelm Höfer

Sieben Gründe, warum eine Kuh Hörner braucht:

Kommunikation innerhalb der Herde – die Stellung der Hörner zur Körperhaltung

anderer Kühe helfen deren Stimmung und Absichten erkennen.

Kühlrippe / Kühlorgan – über die Hörner reguliert die Kuh ihren Wärmehaushalt;

ohne Hörner ist eine Kuh ständig etwas überhitzt.

der Hohlraum des Horns ist mit einer Nasennebenhöhle verbunden; das Gas und die

Düfte, die in die Hörner strömen, vermitteln ihr Informationen darüber, wie sie den

Speichel fürs Wiederkäuen bilden soll.

Hörner dienen dazu, im Kampf die Gegnerin zu halten und nicht abzurutschen.

Hörner werden zur Körperpflege genutzt – die Hornspitze kann auch einer Freundin

zur Verfügung gestellt werden …

Wahrnehmungsorgan: Das Bett des Horns ist stark durchblutet und hochempfindlich.

Kühe nehmen über ihre Hörner sehr viel wahr, Töne, kleinste Erschütterungen usw.

Regulation innen/aussen: Die Kuh reguliert durch die ständige Hornbildung ihren Innenraum und stellt darüber ihr Gleichgewicht zwischen innen und aussen her.

(nach Martin Ott)

Die Hörner der Kühe und Ziegen wachsen das ganze Leben lang. Sie werden nicht wie das Geweih der Hirsche jedes Jahr neu gebildet. Im Gegensatz zu den auch ständig wachsenden Klauen wird aber das Horn nicht abgenützt, sondern steht dem älter werdenden Tier immer grösser werdend zur Verfügung.

Das Hornwachstum der Kuh beginnt bei der Geburt ihres ersten Kalbes. Bei der braunen Kuhrasse ändert sich die Farbe des neu gebildeten Horns von Schwarz in der Jugendzeit über Weiss nach der Pubertät zu Bräunlich in der Mutterzeit. Die Anzahl der feinen Ringe in der näher beim Kopf liegenden bräunlichen Zone zeigen an, wieviele Male die Kuh bereits ein Kalb geboren hat. Acht Kerben im Horn bedeutet, die Kuh hat schon achtmal gekalbt und ist damit mindestens zehn Jahre alt. Die Hörner der rot gefleckten Kühe haben eher eine hellbraune Färbung. Trotzdem sind von Kuh zu Kuh auch die Einfärbung, die Dicke, die Form und die Drehung des Horns sehr verschieden. Jedes ist ein starker Ausdruck der individuellen Kuhpersönlichkeit. Der natürlich entstandene schöne Schwung nach oben ist stark rassenbedingt und kann durch Fütterung oder Umgebung beeinflusst werden.

Die Kuh erlebt die Umge­bung in den Hörnern. Sie tastet sie ab und ist gleichzeitig seelisch gegen innen gerichtet. Mit dem eigenwarmen nervendurchzogenen Hornknochen nimmt die Kuh unter dem Schutz der isolierenden Horn­hautschicht genau so viel vom Aussenraum auf, wie für das innere Gleichge­wicht nötig ist. Da Kühe einen grossen Teil ihrer Kommunikation über die Haltung und Bewegung der Köpfe abwickeln, können grössere Hörner für die Verständigung von Vorteil sein. Kühe mit Hörnern können besser, schneller und mit mehr Distanz und Respekt miteinander kommunizieren als hornlose. Längere und ausdrucksvollere Hörner sind wie eine deutlichere, klarere und kräftigere Stimme und damit eine grosse Hilfe in der Bildung der eigenen persönlichen Würde und beim Aufbau eines Respektraumes im sozialen Gravitationsfeld der Herde.

Verdauung

Hörner und der darunterliegende knöcherne Hornzapfen sind Wesensmerkmal der Rinder als Wiederkäuer. Diese sind wunderbare Verdauungskünstler – sie wandeln mit ihrer ausgeklügelten Verdauung rein pflanzliches Material zu wertvollen Eiweissprodukten wie Milch und Fleisch um. Vier Mägen und ein langer Darm unterstützen sie dabei. Erstaunlicherweise wächst allen diesen Verdauungskünstlern Knochen aus dem Schädel. Denn mit den Wiederkäuern – und nur dort – tritt im Naturreich der Tiere die Bildung von Hörnern und Geweihen auf. Zoologisch werden diese auch Stirnbeinfortsätze genannt. Bei den Hornträgern wie dem Rind stülpt sich über den knöchernen Hornzapfen das lebenslang getragene Horn. Der Zusammenhang zwischen Hornbildung und Verdauung liegt nahe, auch wenn sein Hintergrund wissenschaftlich noch nicht eindeutig erklärt ist.

Hörner geben bessere Milch

Die Milchqualität ist ein Resultat vieler Faktoren. Eine wichtige Rolle spielen die Hörner und die Fütterung. Untersuchungen zeigen: Horntragende Kühe können hohe Temperaturen besser ausgleichen. Kombiniert mit reiner Heufütterung wirken sich Hörner positiv auf die Milchqualität aus. Für die Qualität der Milch scheint die einzelne Kuh als Individuum von grosser Bedeutung zu sein. Die biologisch-dynamische Landwirtschaft nimmt diesen Auftrag ernst..